Von Campus über Hotels bis Breitband

Aufbrecher  OB Blankenburg und Landrat Bold haben viele Visionen, wie die Region im Jahr 2030 dasteht. Einig sind sich alle darin, die Stärken in den Vordergrund rücken zu wollen.

 

von unserem Redaktionsmitglied Ralf Ruppert

Bad Kissingen — „Aufbruch bedeutet für mich, alte Wege zu verlassen“, sagte der Bad Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) im Interview mit Alexander Subat, Geschäftsführer der Kissinger Verlagsgesellschaft, und Paul Ziegler, Redaktionsleiter der Saale-Zeitung. Für CSU-Landrat Thomas Bold geht es darum, „Dinge anzustoßen – durchaus auch mal Verrücktes zu denken, und, was positiv ist, dann auch umzusetzen.“
Zum Teil liege es auch an der fränkischen Mentalität, Erfolge nicht ausreichend nach außen zu kehren – getreu dem Motto: „Nichts geredet ist gelobt genug.“ Dabei gebe es sehr viele positive Beispiele: Der Landkreis habe zahlreiche Firmen, die in ihrer Branche Weltmarktführer sind. Auch die vielen interkommunalen Allianzen wertete Landrat Bold als Schritte in die richtige Richtung.

Unzufriedenheit als Antriebsfeder
Auch OB Blankenburg sah viele Erfolge, etwa die Eröffnung des „Cup Vitalis“-Hotels oder die Besucherrekorde der KissSalis-Therme. „So weit, dass wir uns zufrieden zurücklehnen könnten, sind wir noch lange nicht, aber Unzufriedenheit ist ja auch eine Antriebsfeder“, sagte Blankenburg. Negatives Charma zu verbreiten, vertreibe möglicherweise alle, die nach Bad Kissin gen ziehen oder hier investieren wollten. Und: „Wir haben’s doch alle miteinander in der Hand, die Stadt noch besser zu machen.“

Wünsche für die Zukunft gebe es viele, waren sich Blankenburg und Bold einig: „Wir brauchen ein, besser zwei Top-Hotels“, nannte der OB als Beispiel. Einig waren sich beide, dass eine Hochschule dem Landkreis gut tun würde. „In Bamberg hat die Uni den Staub weggeblasen“, berichtete Blankenburg aus seiner Jugend. „Das würde einen Schub geben für Bad Kissingen“, ergänzte Bold und hofft konkret auf einen Campus für Gesundheitsberufe.
Große Hoffnungen setzt der Bad Kissinger Oberbürgermeister auch auf die Bewerbung um das Unesco-Weltkulturerbe. Damit würde „international verbrieft, was Bad Kissingen alles zu bieten hat“. In seiner Vision vom Jahr 2030 saß Blankenburg im Café des neuen Kurhaushotels, bestaunte die vielen jungen Leute, die vom erfolgreich verjüngten „Kissinger Sommer“ schwärmen, und freute sich über einen Bevölkerungszuwachs durch die Kombination aus bezahlbarem Wohnraum und kulturellen Spitzen-Angebot.
Landrat Bold freute sich in seinem Ausblick auf das Jahr 2030 zudem auf eine „Modellregion für Telemedizin als Exportschlager“. Ihm sei für den Landkreis eine nachhaltige Entwicklung wichtig. Vor allem aber hofft Bold auf wirtschaftliches Wachstum – konkret auf „viele Zuzüge und viele neue Arbeitsplätze entlang unserer Verkehrsachsen A 7 und A 71“.

 

Quelle: http://www.infranken.de/regional/artikel_fuer_gemeinden/Von-Campus-ueber-Hotels-bis-Breitband;art154303,857119