Projekt Aufbrecher: Mutmacher sind auf dem Weg

Das neue Projekt „Aufbrecher“ stellt positive Beispiele aus Wirtschaft und Politik in den Mittelpunkt. Eine repräsentative Umfrage soll die Stimmung im Landkreis erforschen.

Symbolträchtiger hätte der Ort für den Start des Projektes „Aufbrecher“ nicht sein können: Rund 60 Vertreter aus Wirtschaft und Politik trafen sich auf der Baustelle im Luitpoldbad, das seit 1990 leer steht und derzeit in ein Behördenzentrum umgebaut wird. „Hier tut sich etwas, hier entsteht etwas“, verwies Alexander Subat, Geschäftsführer der Kissinger Verlagsgesellschaft (KVG), auf die greifbare Aufbruchsstimmung.

„Bewegung in Gang setzen“
„Ermutigen statt resignieren“ laute das Motto des Aufbrecher-Projektes. Es gebe immer zwei Seiten der Medaille, das Aufbrecher-Projekt solle unter anderem eine Klammer für die positiven Berichte in der Saale-Zeitung sein: „Aus der Einzel-Meldung soll eine Bewegung werden“, sagte Subat. Die Zeitung verbreite bereits viele gute Nachrichten, oft würden jedoch die negativen Meldungen stärker wahrgenommen. Impulse für Innovationen und eine Breitenwirkung über den Landkreis hinaus sind weitere Erwartungen. „Tragen Sie diese Idee nach außen“, lautete deshalb auch Subats Aufruf an die Gäste.
„Ich freue mich riesig, dass dieses Projekt wahr geworden ist“, sagte Mit-Initiator Michael Wieden, Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Kissingen, und: „Aufbrecher zu werden, fängt im Herzen an.“ Es beginne damit, sich auf Themen einzulassen, die einen selbst bewegen. Widerstände sollten einen wachsen lassen, nicht abschrecken. „Ich wünsche mir, dass wir mit diesem Projekt eine Bewegung in Gang setzen, die andere genauso begeistert wie uns.“ Es sei wie bei der Diskussion um das halb volle oder halb leere Glas: „Wir sollten uns darauf konzentrieren, was wir haben, und nicht darauf, was wir nicht haben.“

„Bündelung der Kräfte“
„Wir erwarten uns eine langfristige Bündelung der Kräfte“, sagt der Wirtschaftsförderer im Landratsamt, Jürgen Metz. Es gehe darum, konkrete Themen wie den Fachkräfte-Mangel gemeinsam anzugehen und Rahmenbedingungen für Innovation zu schaffen. „Das Besondere an der Vorbereitung ist, dass so viele Bereiche zusammen gekommen sind“, sagt Kurdirektor Frank Oette. Das wirke auch auf künftige Projekt, denn: „In der Konstellation sitzt man sonst nicht regelmäßig an einem Tisch.“ Von einer „einzigartigen Initiative“ spricht Matthias Wagner, Geschäftsführer des Rhön-Saale-Gründer- und Innovationszentrums. Er erhoffe sich „Ermutigung für alle, die sich mit den Themen Gründung und beruflicher Wiedereinstieg befassen.“

„Aufbruch bedeutet für mich, alte Wege zu verlassen“, sagte der Bad Kissinger Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) im Interview mit Alexander Subat, Geschäftsführer der Kissinger Verlagsgesellschaft, und Paul Ziegler, Redaktionsleiter der Saale-Zeitung. Für CSU-Landrat Thomas Bold geht es darum, „Dinge anzustoßen – durchaus auch mal Verrücktes zu denken, und, was positiv ist, dann auch umzusetzen.“
Zum Teil liege es auch an der fränkischen Mentalität, Erfolge nicht ausreichend nach außen zu kehren – getreu dem Motto: „Nichts geredet ist gelobt genug.“ Dabei gebe es sehr viele positive Beispiele: Der Landkreis habe zahlreiche Firmen, die in ihrer Branche Weltmarktführer sind. Auch die vielen interkommunalen Allianzen wertete Landrat Bold als Schritte in die richtige Richtung.

Unzufriedenheit als Antriebsfeder
Auch OB Blankenburg sah viele Erfolge, etwa die Eröffnung des „Cup Vitalis“-Hotels oder die Besucherrekorde der Kisssalis-Therme. „So weit, dass wir uns zufrieden zurücklehnen könnten, sind wir noch lange nicht, aber Unzufriedenheit ist ja auch eine Antriebsfeder“, sagte Blankenburg. Negatives Charma zu verbreiten, vertreibe möglicherweise alle, die nach Bad Kissingen ziehen oder hier investieren wollten. Und: „Wir haben’s doch alle miteinander in der Hand, die Stadt noch besser zu machen.“
Wünsche für die Zukunft gebe es viele, waren sich Blankenburg und Bold einig: „Wir brauchen ein, besser zwei Top-Hotels“, nannte der OB als Beispiel. Einig waren sich beide, dass eine Hochschule dem Landkreis gut tun würde. „In Bamberg hat die Uni den Staub weggeblasen“, berichtete Blankenburg aus seiner Jugend. „Das würde einen Schub geben für Bad Kissingen“, ergänzte Bold und hofft konkret auf einen Campus für Gesundheitsberufe.
Große Hoffnungen setzt der Bad Kissinger Oberbürgermeister auch auf die Bewerbung um das Unesco-Weltkulturerbe. Damit würde „international verbrieft, was Bad Kissingen alles zu bieten hat“. In seiner Vision vom Jahr 2030 saß Blankenburg im Café des neuen Kurhaushotels, bestaunte die vielen jungen Leute, die vom erfolgreich verjüngten „Kissinger Sommer“ schwärmen, und freute sich über einen Bevölkerungszuwachs durch die Kombination aus bezahlbarem Wohnraum und kulturellen Spitzen-Angebot.
Landrat Bold freute sich in seinem Ausblick auf das Jahr 2030 zudem auf eine „Modellregion für Telemedizin als Exportschlager“. Ihm sei für den Landkreis eine nachhaltige Entwicklung wichtig. Vor allem aber hofft Bold auf wirtschaftliches Wachstum – konkret auf „viele Zuzüge und viele neue Arbeitsplätze entlang unserer Verkehrsachsen A 7 und A 71“.

Entstehung Das Projekt wurde von Michael Wieden, Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Kissingen, angestoßen und zusammen mit Alexander Subat, Geschäftsführer der Kissinger Verlagsgesellschaft (KVG), weiterentwickelt.

Projektteam Als Partner sind zudem beteiligt: der Landkreis Bad Kissingen (vertreten durch die Wirtschaftsförderer Jürgen Metz und Frank Bernhard sowie Pressesprecher Stefan Seufert), die Staatsbad GmbH (Kurdirektor Frank Oette), die Werbeagentur „Pulsismedia“ (Geschäftsführer Sebastian Mitter) und das Rhön-Saale-Gründer- und Innovationszentrum (Geschäftsführer Matthias Wagner).

Aufbrecher Als bisherige Aufbrecher wurden Christine Seger, Nikola Renner, Sebastian Dresbach, Martin Kuchler, Frank Sterrmann, Erwin Full, Armin Warmuth, Gerd Kleinhenz, Michael Wehner und Matthias Schäfer ausgewählt. Die Saale-Zeitung stellt sie und ihre Ideen in den kommenden Monaten ausführlich vor. Zudem wird dieser Kreis ständig erweitert.

Info Weitere Informationen und die künftigen Berichte wird es bald direkt unter www.aufbrecher.de geben. Zudem wird über das Projekt auf www.aufbrecher.infranken.de regelmäßig berichtet. Auf Facebook und Twitter erscheinen alle Nachrichten dazu unter #Aufbrecher.

 

Quelle: http://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/Projekt-Aufbrecher-Mutmacher-sind-auf-dem-Weg;art211,856773